Die (angebliche) Kostenlos-Mentalität

Ich hab unter den folgenden Leserartikel „Die Generation Kostenlos“ zwei Kommentare geschrieben, die ich hier gerne lesbarer zwischenlagern möchte, damit ich diese häufig gehörten Argumente der ACTA-Befürworter einmal geordnet diskutieren kann:

Zunächst mein Kommentar zum Artikel selber:

Erstmal vorneweg: Klar gibt es viele, die immer und viel kostenlos beziehen wollen, aber das mit den ACTA-Protesten gleichzusetzen ist verleumderisch und gesellschaftlich gefährlich:
Ich geh das ganze mal von zwei Seiten an:
1) ACTA schützt kein Urheberrecht, sondern die Rechteverwerter und macht dabei die strukturellen Instanzen zu Hilfs-Sheriffs. Internet-Service-Provider sollen gezwungen werden, den gesamten Datenverkehr ohne Verdacht zu durchleuchten und schwarze Schafe melden. Das ist in etwa so, als ob sämtliche Post geöffnet würde oder alle Telefonanrufe abgehört. Das sind repressive Methoden, die wir alle bei Regimen wie China oder Nordkorea anprangern, aber gerade eben bei uns per Gesetz festschreiben wollen. Und nicht für etwas Lebenswichtiges, sondern für Konzerne wie Sony, die eine halbe Stunde nach dem Tod von Whitney Houston, die Preise für Ihre Lieder hochsetzen oder die GEMA, die von Bands Gebühren verlangt, wenn diese ein Lied kostenlos auf ihre Hompage stellen wollen.
2) Die „kostenlos-Mentalität“ ist ein immer wieder vorgebrachtes Gerücht: Für den Service, den kino.to gebracht hat, hätten viele der Kunden durchaus ordentliche Beträge gezahlt, aber so einen Service gibt es in D nicht. Die Industrie muss sich damit abfinden, dass sie für verkrüppelte DRM-Dateien halt nicht so viel verlangen kann, wie für eine CD. Es ist ja derzeit möglich, Geld für ein eBook auszugeben, und es sich nie ansehen zu können. Da ist Nachholbedarf, dann gibts auch wieder Umsatz.

Dann meine Antwort auf den ersten Kommentar

Der Artikel trifft genau ins Schwarze. Nur wie man die (hauptsächlich) Jungen dazu bringen könnte, von der Gratis-Mentalität langsam mal wieder (bzw. bei den ganz Jungen erstmals) runterzukommen, das ist die Frage.

die wie folgt lautet:

1) Preise anpassen: Eine CD im Laden kostet ca. 10€. Dafür kann ich sie ins Regal stellen, auf beliebig viele Rechner und MP3-Player ziehen und wenn ich will auch auf Flohmärkten wieder verkaufen. Wenn ich für dieselben Lieder im Internet genausoviel bezahle und sie dafür nur auf 5 Geräten nutzen kann, keine ordentliche Musikqualität erhalte und natürlich niemandem verkaufen kann, dann ist was falsch! Oh, und bei der Datei kommen ja noch nichtmal Lager-, Herstellungs- und Lohnkosten dazu. Es kann nicht sein, dass in der Videothek das Ausleihen einer DVD 1-3€ kostet und das Streamen desselben Films in Internet 3,99.
2) DRM-Knebel entfernen: Ich hab mal ein eBook für 45€ gekauft und konnte es nie lesen, weil das Rechtemanagement so kundenfeindlich ausgelegt war. Natürlich kann man elektronisch Erworbenes nicht reklamieren. Die ganze Geschichte steht hier: http://bit.ly/y9pCy2
3) Angebote schaffen: kino.to war illegal, klar. Aber es hat auch einen Service geboten, der bis jetzt nicht erreicht ist. Würden die Rechteverwerter nicht an ihren altertümlichen Verwertungsketten festhalten, sondern einfach ansprechende Angebote schaffen, dann würden die auch genutzt werden. Vor ein oder zwei Monaten hat ein britischer Comedian auf seiner eigenen Homepage sein Programm für 5€ zum Download bereitgestellt (ohne Schutz!) und in der ersten Woche 300.000€ verdient. Dass man im Internet keinen Profit machen kann, ist gelogen!

Die Argumentation ist durch die Begrenzung der Kommentare auf 1500 Zeichen leider etwas knapp, aber da die Länge meiner Kommentare die Länge des Leserartikels mittlerweile überschreitet, dachte ich mir, dass ich sie hier mal verewige…

SOPA Blackout Day

Hallo zusammen,

heute wird es im Internet schwarz. Der Protest gegen den Stop Online Piracy Act wird von vielen Seiten (unter anderem en.wikipedia.org) dadurch gezeigt, dass diese Seiten für heute (teilweise das „amerikanische heute“) nur eine Protestbotschaft, Informationslinks und einen schwarzen Hintergrund zeigen. Leider hab ich keine Ahnung, wie ich das hier machen könnte, aber ich möchte meine schönsten Fundstücke zum Blackout Day und SOPA hier sammeln:

Video, dass auf sehr anschauliche und drastische Weise SOPA erklärt.

Nicht ganz so informatives, aber großartiges Animated-GIF von theoatmeal.

Song, der die Situation wunderbar beschreibt und mich ein bisschen an die Deutsche Situation erinnert.

Eine unterhaltsame Blackout-Erklärung gibts (wahrscheinlich nur heute) auf http://www.telecomix.org/.

digitalegesellschaft.de erklärt, warum SOPA auch uns etwas angeht.

Ein Twitter-User, der Reaktionen der Amis auf den Blackout retweetet. Leider oft Unverständnis…

netzpolitik.org sammelt in der Galerie Blackout-Seiten.

Blogpost von der @forschungstorte, der gute Links und ein großartiges Bild hat.

Zusammenfassung auf avattar.de vom 07. Januar 2012.

Petition von avaaz.org.

XKCD wäre ja eigentlich etwas, das von SOPA „geschützt“ werden soll. Hier wird erklärt, warum der Blackout trotzdem mitgemacht wird.

Großartige Möglichkeit, als Amerikanischer Staatsbürger erst informiert zu werden und dann den Senator anzurufen.

Blogpost mit Link zu einem Presserelease der MPAA-Lobby.

Liste der unterstützenden Unternehmen.

Und wir haben unser eigenes SOPA hier in Europa: ACTA! Hier sind Links zu drei Videos, die erklären, wie wir verregiert werden und was wir tun können:

http://www.youtube.com/watch?v=p_bERAf5KAg

http://www.youtube.com/watch?v=citzRjwk-sQ

http://www.youtube.com/watch?v=-3GCzoUjx2c

EDIT: Gerade noch Googles takeaction-Seite gefunden.

EDIT2: Informationsvideo mit realen Beispielen!