Das Leistungsschutzrecht zerstört das Urheberrecht in den Grundfesten

Die Verlage möchten mit dem Leistungsschutzrecht ihre Leistung vergütet haben, selbst wenn sie aktiv daran teilnehmen, diese kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Kollateralschaden könnte enorm sein.
Kleinste Textstellen könnten abmahnfähig werden. Sogar Überschriften und Links, die ausreichend große Anteile der Überschrift enthalten, würden unter diesen absurd rigiden Schutz fallen.
Doch wenn es jetzt tatsächlich dazu kommen sollte und wider erwarten die Blogger nicht kollektiv aufhören, Texte zu verfassen, was passiert dann? Es wird sich ein Weg finden und die zwei offensichtlichsten sind für den Kern des Urheberrechts fatal:
1) Keine Verlinkungen und Zitate mehr in Blogs
Die drastischste Lösung wäre durchaus denkbar: Nutzer müssten dann für sich auswählen, wen sie als glaubwürdig empfinden, und dieser könnte zwar Gedanken anderer einfließen lassen, dies aber nicht kenntlich machen. Dies würde die Blogkultur zwar schwer treffen, aber die Zitatkultur und damit das Urheberrecht noch schwerer.
Der Grundgedanke einer Diskussion und derjenige, der ihn geäußert hat, werden unauffindbar und außer der Bezahlung wird ihnen auch die Anerkennung aberkannt. Mir als Wissenschaftler ist diese Vorstellung ein Graus und wider jeglichen Verständnisses: Aufgeschriebene Gedanken müssen diskutierbar und den Personen zuzuordnen sein.
2) Nur noch verkürzte Links und Generalreferenzen ohne wörtliche Zitate
Verkürzte Links enthalten keinesfalls Zeichen der Überschrift und sind damit ungefährlich. Die Gedanken der Texte werden nur noch sinngemäß wiedergegeben und unter dem Artikel ein »In diesem Text wurden Gedanken aus … verwendet.« eingefügt.
Gedanken wären zwar theoretisch nachvollziehbar, aber praktisch kaum auffindbar, Wortvergleiche unmöglich und noch nicht einmal im Link erkennbar, was hier eigentlich für Quellen genutzt wurden. Dies hat im Wesentlichen dieselben Auswirkungen wie die erste Möglichkeit und ist abzulehnen.
Das Leistungsschutzrecht greift also das Urheberrecht an seiner elementarsten Stelle an: Gedanken und Formlierungen werden vom Autor getrennt. Die in Blogs (im Gegensatz zu vielen Verlagserzeugnissen) gute Zitatkultur wird völlig zerstört.
Die noble Geste von SpOn und FAZ (Blogger nicht abmahnen zu wollen) ist leider nicht mehr als ein Strohfeuer, denn will ich mich auf das Wohlwollen eines Unternehmens verlassen, das mich bei Bedarf dann jederzeit verklagen kann? Sinnlos ist das Leistungsschutzrecht als »Lex Google« alle mal: Welcher Mensch bei Verstand ist nicht davon überzeugt, dass Google, wenn alle Stricke reißen, einfach die Verlinkung von deutschen Nachrichtenseiten einstellt?

In diesem Text wurden Gedanken aus http://j.mp/KcSx6o, http://j.mp/L5C1Lo, http://j.mp/L0jzgX und http://j.mp/LbZZnz verwendet.

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Zahlen zur Kreativwirtschaft, Tatortautoren und Ähnlichem

Ich habe mal wieder einen Kommentar in den Weiten des Netzes hinterlassen, den ich hier Endlagern möchte.
Es geht wieder um das Urheberrecht und diesmal speziell um den offenen Brief von 51 Tatortautoren, der durch einen (sehr lesenswerten) offenen Brief von 51 Hackern des CCC beantwortet wurde. Mein Kommentar bezieht sich auf einen (in der Argumentationsstruktur recht generischen) Beitrag von Christoph Keese auf der Presseschauder.

Zuerst einmal volle Zustimmung zu TecoScr über mir. Zuerst dachte ich eigentlich, dass hier Hopfen und Malz und eine Antwort verloren ist, aber da schon eine Erwiderung mit guten Argumenten hier steht, kann ich ja noch was dazuarbeiten…
1) Wichtigster Punkt ist für mich: Wenn es Ungerechtigkeiten und Mängel im Rechtssystem gibt, dann ist mir (und gottseidank auch dem Rechtsstaat) egal, wie viele Menschen mit wie viel Geld vor wie vielen anderen Menschen mit wieviel Geld geschützt werden sollen. Also ist eigentlich schon die ganze Argumentation sinnlos und reine Zahlenpolemik. Es besteht natürlich die Grundannahme, dass es im UHG Ungerechtigkeiten und Mängel gibt, aber das setze ich mal als konsens voraus. Bei Bedarf gibts mehr Links.
2) Trotzdem möchte ich die Zahlen an einer besonders absurden Stelle mal auseinandernehmen, und zwar mit Ihren eigenen Argumenten: wieso erdreisten sich Vertreter von 60794 Angestellten der Filmbranche aus 18448 Unternehmen mit 8954 Mio€ Umsatz für die Kreativbranche zu sprechen und dabei die Probleme von 252656 Angestellen der Software-/Gamesindustrie aus 28801 Unternehmen mit 26409 Mio€ Umsatz unter den Teppich zu kehren, indem sie Ihnen keine Möglichkeit geben wollen, Ihre Arbeit wegen Trivialpatenten im gesicherten rechtlichen Raum durchzuführen? Zahlen sollte man aus der richtigen Richtung lesen. Wie groß die Pressebranche ist, ist für den Briefwechsel doch völlig irrelevant.

Der Vollständigkeit halber hier der Beitrag von TecoScr

Der Zahlensalat in Ihrem Posting erinnert vermutlich nicht nur mich an Rob Reids “The $8 billion iPod”.

Ohne die Validität Ihrer Zahlen in Frage zu stellen will ich nur darauf hinweisen, dass es keinen linearen Zusammenhang zwischen “Härte” des Urheberrechts und Jobs in der Kreativwirtschaft gibt. Anders formuliert: eine Verschärfung des Urheberrechts führt nicht zu mehr Jobs, ebenso wenig wie eine Entschärfung zu Jobverlusten führen würde. Es führt noch nicht einmal zwangsläufig zu mehr Einnahmen für die Künstler, oder zu mehr kreativen Output. Vermutlich sogar eher im Gegenteil, denn Schutzrechte auf immaterielle Güter verhindern derivative Werke. Hätte 1940 schon das heutige Urheberrecht gegolten, hätte Walt Disney bspw. nie Pinocchio drehen können (zumindest nicht ohne Collodis Erben auszuzahlen). Vermutlich wäre es seinem Film ähnlich ergangen wie FW Murnaus Nosferatu.

Das Urheberrecht hat rechtlich und ökonomisch zweifellos eine Berechtigung. Aber über seine Reichweite muss neu debattiert werden. (Anreiz-)ökonomisch lässt sich bspw. kaum begründen, dass ein heutiger Krimiautor oder Songtexter produktiver sei, wenn das Schutzrecht seiner Werke seinen Tod 95 Jahre überdauert, statt 70 oder einfach 0 Jahre. Ein so langes Schutzrecht dient nur den Erben und den Verwertern. Die wiederum sind aber nicht die Kreativen, für die das Schutzrecht einst geschaffen wurde.

In jedem Fall sollten Sie, Herr Keese, nicht den Fehler machen, allen Kritikern des geltenden Urheberrechts zu unterstellen, sie wollten es komplett abschaffen (der Hinweis geht aber keineswegs nur an Sie). Es geht nicht um Schwarz oder Weiß, sondern um Graustufen, konkret die Länge von Schutzfristen, die Reichweite von Schranken etc.

P.S.: Der Beitrag zum “The $8 billion iPod” ist sehr zu empfehlen!

Nachtrag, 6. April 2012
Auf die Nachfrage

@ Michael Rieß: Verständnisfrage: Inwieweit behindert die Filmbranche die Softwarebranche beim besseren Schutz ihres geistigen Eigentums?

habe ich unter dem Originalartikel geantwortet:

Sorry, grad erst wieder reingeschaut.
Die Filmbranche mit ihren starren Wünschen ans Urheberrecht behindert die Softwarebranche genau so, wie es der CCC schreibt: zu Beginn der Softwarepatente wurde viel Unfug patentiert bzw. geschützt (man denke an Äquivalente zur Patentierung des abgerundeten Rechtecks von Apple), unter anderem Programmbestandteile, die sich später als essenziell und generisch rausgestellt haben. Für Fortschritt ist es gerade im Softwarebereich wichtig, auf Effizienz zu achten und die Arbeit anderer aufzubauen, was aber durch die unglaublich langen Schutzzeiten erschwert wird. Wer weiß denn nich, wer vor 5 Jahren (oder so) das erste mal eine Multitouch-Geste programmiert hat? Einen Idee von den Konsequenzen bekommt man durch die ständigen Gerichtsfäle zwischen Apple, Microsoft, Nokia, Motorola und Samsung. Klar geht es da auch oft um Hardware, aber auch häufig genug um Steuer- oder Bedieneinheiten mit der enthaltenen Software.
Natürlich soll eine geniale Programmidee, auch wenn sie prinzipiell überall gebraucht wird, nicht direkt enteignet werden, aber ein zu langer Schutz bremst den Fortschritt.

ACTA – anders gesehen

Wenn man heutzutage etwas über ACTA liest, dann ist es meist eine Auflistung der „bösen Einschränkungen“. Ich möchte mit desem Artikel einen anderen Weg gehen. Da ich wahrscheinlich nicht alle Argumente direkt erfasse, wäre es super, wenn ich hier erweitern könnte, falls Anregungen kommen.

Mein Blickwinkeln soll der eines Prüfers sein: ACTA ist etwas Neues, das wir in unser Rechtssystem aufnehmen wollen/sollen, also muss es zumindest die Chance geben, positive Auswirkungen zu erzielen. Betrachten wir also mal die Argumente der Befürworter.

  1. Am häufigsten hört man: „In Deutschland wird sich durch ACTA sowieso nicht viel ändern, weil unsere Gesetze teilweise schon weiter reichen als die Forderungen in ACTA.“ Dieses Argument ist als großes Pro gedacht, aber was ist denn die Argumentationsstruktur dahinter? Man begründet die Notwendigkeit dieses Abkommens mit seiner Sinnlosigkeit? Absurd. Ein zweites Problem meinerseits ist das „nicht viel“ in dieser Aussage. Es kommt immer in unterschiedlicher Formulierung, aber bis jetzt hat sich niemand öffentlichkeitswirksam geäußert und gesagt, dass sich „nichts“ ändern wird. Was dieses „nicht viel“ ist, wird dann aber nicht kommuniziert und es besteht durchaus eine Chance, dass es „nicht viel“ aber gerade genug für hungrige Abmahnanwälte ist, denn seien wir mal ehrlich, die Rechteverwerter (im weiteren Sinne – also auch die Anwälte) sind nicht gerade dafür bekannt, humane und am Menschen orientierte Durchsetzungen ihrer Rechte anzustreben. Wenn wir es jetzt zwar nicht in Deutschland brauchen, sondern halt „in der Welt“, dann kommen wir zu Punkt
  2. „ACTA ändert zwar in Deutschland nichts, aber für die große, durchs Internet immer näher zusammenrückende und globalisierte Welt, braucht es einheitliche Regelungen.“ Hach, wäre das schön: Deutsches Recht (weil ACTA ja nichts anderes ist… angeblich) für alle! Naja, nicht ganz für alle: China und Indien spielen nicht mit. Melden außerdem rechtliche Bedenken an. Wir reden hier nicht von zwei unwichtigen kleinen Ländern sondern von vielen Menschen, in Ländern, die in der Vergangenheit wenig Respekt vor Urheberrecht nach deutschem Vorbild gezeigt haben. Unabhängig davon, was die Medienindustrie und Rechteverwerter uns glauben machen wollen, beschädigt ein von einem 13-jährigen hochgeladenes Lied sie wahrscheinlich deutlich weniger als industrielle Kopiermaschinerien in diesen Ländern.Hier, also da wo es wirklich Sinn machen würde, passiert also gar nichts. Wunderbar. Aber ist denn wenigstens ein Mehrwert in den anderen Ländern zu erwarten? Wohl eher nicht. Das Abschalten von MegaUpload hat gezeigt, dass es sehr wohl (erschreckenderweise) möglich ist, in Neuseeland für eine Urheberrechtsstraftat aus den USA verhaftet zu werden. Sogar, wenn die Gründe eher fadenscheinig sind.
  3. „Aber man kann doch nicht einfach das Kopieren legal machen, so wie es die Gegner von ACTA fordern.“ Dieses Argument ist so ausgelutscht wie falsch. Niemand von den ernsthaften institutionalisierten Gegnern fordert die Abschaffung des Urheberrechts und die Gleichstellung der ACTA-Gegner mit Raubkopierern ist ein propagandistischer Schachzug derjenigen, die mit dem Status Quo des Urheberrechts momentan gut verdienen: Plattenlabel, Verlage, Medienfirmen und — speziell in Deutschland – Verwertungsgesellschaften. Sie verschleiern damit das eigentliche und sehr richtige Anliegen der ACTA-Gegner: Statt einer Zementierung des alten Urheberrechts eine Überarbeitung anfertigen, die einfacher durchzusetzen ist, den Künstlern auch ihre Verdienstmöglichkeit lässt und dabei nicht die Hälfte der Gesellschaft kriminalisiert. Und ja, diese Hälfte der Gesellschaft sind nicht böse „Raubkopierer, sondern zum Beispiel Menschen in der Lehre: An den Universitäten gibt es begrüßenswerterweise mittlerweile immer mehr Standardwerke als eBooks über die Bibliothekswebseiten. Jeder Student, kann diese von Universitätsrechnern oder über VPN runterladen. Nichtsdestotrotz bewegt sich ein Lehrender in einer rechtlichen Grauzone, wenn er einen Ausschnitt aus diesen Werken über eine eLearning-Plattform zur Verfügung stellt. Noch dunkelgrauer wird es, wenn er einen Artikel bereitstellen will. Und wir reden hier nicht von Plattformen, an die jeder drankommt, sondern von passwortgeschützten Systemen mit passwortgeschützten Kursen. Den gesamten Unsinn aus diesem Bereich begreift man, wenn man sich den aktuellen „Verbesserungsansatz“ für das Urheberrecht in Schulen ansieht: Wenn er denn wenigstens nur ein Rückfall auf die Papierkopie wäre (schlimm genug), aber in einer publizierten Fassung war es so, dass auch die Kopierer illegal wurden: Die Anfertigung von digitalen Abbildern war verboten. Die Schreiber hatten nicht bedacht (oder es war ihnen egal), dass moderne Kopierer eigentlich Scanner mit Drucker sind und damit immer eine digitale Kopie anfertigen. Alles in Allem schützt das Urheberrecht momentan ausschließlich den leistungslosenleistungsarmen Profit der Verwerter und muss intensiv angepasst werden, weil sonst demnächst auch „raubkopier-unverdächtige“ Berufsgruppen wie Wissenschaftler oder Lehrer ihre Arbeit einstellen können. Von den unsinnigen und auch durch ACTA geschützten Patenten auf Rechtecke oder ähnlichem brauch ich ja gar nicht anzufangen.
  4. „Das steht doch alles nicht so direkt in ACTA, sondern ist eher schwammig formuliert und bedarf der Erklärung und Interpretation. So böse wie die Gegner dass sehen, meint das niemand.“ Es ist mir ein Rätsel, wie man so etwas positiv finden kann. Hier wird gesagt, dass es wünschenswert ist, ungenaue Vorgaben zu haben, die man streng und mild auslegen. Liebe ACTA-Befürworter, dass es eindeutige Vorgaben und Gesetze gibt, ist Grundlage eines Rechtsstaats. Alles andere bedingt rechtliche Willkür und darf nicht geduldet werden. Ich möchte hier nochmals darauf hinweisen, dass die Rechteverwerter eine lange Geschichte von Maximalauslegungen und Machtmissbrauch aufweisen und man ihnen auf keinen Fall die Deutungshoheit in die Hand geben darf. Im übrigen sind die Bestrebungen des Wirtschaftsministeriums, Datenkontrollen durch Provider auch ohne ACTA einzuführen Beweis genug, dass die schwammigen Formulierungen durchaus hart ausgelegt werden sollen.

Diese vier Punkte erschienen mir als essenziell und wie ich finde, ist die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von ACTA daraus nicht ersichtlich. Also verfahren wir mit diesem Abkommen doch so, wie man mit allem verfährt, dessen Nutzen nicht erwiesen und dessen Risiken nicht genau abschätzbar sind: Lassen wir es doch einfach.

Zu diesem Artikel hat mich die Betrachtung von rechtzweinull.de inspiriert. Informationen sind aus vielen Quellen zusammengetragen, von denen ich einige hier auflisten möchte:
http://www.internet-law.de/2012/02/warum-polarisiert-acta.html
http://netzpolitik.org/2012/wir-erklaren-das-netz-nicht-den-krieg/
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gespraeche-ueber-freiwillige-Two-Strikes-Regelung-gescheitert-1473394.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Provider-sollen-Urheberrechtsverletzer-umerziehen-1473159.html
http://irights.info/blog/arbeit2.0/2012/03/11/niggemeier-im-spiegel-zur-debatte-um-das-urheberrecht/
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/urheberrechte-im-internet-acta-oder-der-schutz-der-raubritter-11658717.html
http://netzpolitik.org/2012/rechteindustrie-traurig-grundrechtsabbau-ist-nicht-popular/
http://www.tagesspiegel.de/medien/bloggerkolumne-acta-und-die-eisenbahner/6148600.html
http://www.cicero.de/berliner-republik/sascha-lobo-angst-vorm-netz-ist-nicht-voellig-unberechtigt/48173
http://griepentrog.org/2012/01/die-funf-fehler-des-ansgar-heveling/
http://www.techdirt.com/articles/20120120/14472117492/mpaa-directly-publicly-threatens-politicians-who-arent-corrupt-enough-to-stay-bought.shtml
http://www.marco.org/2012/02/25/right-vs-pragmatic
http://www.techdirt.com/articles/20120201/01075317618/another-answer-to-dealing-with-piracy-keep-creating-better-tools-business-models.shtml
http://www.stern.de/digital/online/urheberrechtsverletzung-youtube-sperrt-video-wegen-vogelgezwitscher-1792891.html
http://www.zoeleela.com/thesen-zur-gema/
http://www.indiskretionehrensache.de/2012/02/acta-jugend/
http://www.techdirt.com/articles/20120201/00433217612/beware-those-who-claim-theyre-saving-culture-business-when-theyre-really-protecting-those-who-strip-artists-rights.shtml
http://www.techdirt.com/articles/20120129/03171517578/copying-is-not-theft-censorship-is.shtml
http://netzpolitik.org/2012/danemark-95-der-musik-ist-illegal/
http://www.ted.com/talks/rob_reid_the_8_billion_ipod.html
http://politik.eco.de/2012/03/16/eco-gutachten-internetsperren-und-der-schutz-der-kommunikation-im-internet/

Die (angebliche) Kostenlos-Mentalität

Ich hab unter den folgenden Leserartikel „Die Generation Kostenlos“ zwei Kommentare geschrieben, die ich hier gerne lesbarer zwischenlagern möchte, damit ich diese häufig gehörten Argumente der ACTA-Befürworter einmal geordnet diskutieren kann:

Zunächst mein Kommentar zum Artikel selber:

Erstmal vorneweg: Klar gibt es viele, die immer und viel kostenlos beziehen wollen, aber das mit den ACTA-Protesten gleichzusetzen ist verleumderisch und gesellschaftlich gefährlich:
Ich geh das ganze mal von zwei Seiten an:
1) ACTA schützt kein Urheberrecht, sondern die Rechteverwerter und macht dabei die strukturellen Instanzen zu Hilfs-Sheriffs. Internet-Service-Provider sollen gezwungen werden, den gesamten Datenverkehr ohne Verdacht zu durchleuchten und schwarze Schafe melden. Das ist in etwa so, als ob sämtliche Post geöffnet würde oder alle Telefonanrufe abgehört. Das sind repressive Methoden, die wir alle bei Regimen wie China oder Nordkorea anprangern, aber gerade eben bei uns per Gesetz festschreiben wollen. Und nicht für etwas Lebenswichtiges, sondern für Konzerne wie Sony, die eine halbe Stunde nach dem Tod von Whitney Houston, die Preise für Ihre Lieder hochsetzen oder die GEMA, die von Bands Gebühren verlangt, wenn diese ein Lied kostenlos auf ihre Hompage stellen wollen.
2) Die „kostenlos-Mentalität“ ist ein immer wieder vorgebrachtes Gerücht: Für den Service, den kino.to gebracht hat, hätten viele der Kunden durchaus ordentliche Beträge gezahlt, aber so einen Service gibt es in D nicht. Die Industrie muss sich damit abfinden, dass sie für verkrüppelte DRM-Dateien halt nicht so viel verlangen kann, wie für eine CD. Es ist ja derzeit möglich, Geld für ein eBook auszugeben, und es sich nie ansehen zu können. Da ist Nachholbedarf, dann gibts auch wieder Umsatz.

Dann meine Antwort auf den ersten Kommentar

Der Artikel trifft genau ins Schwarze. Nur wie man die (hauptsächlich) Jungen dazu bringen könnte, von der Gratis-Mentalität langsam mal wieder (bzw. bei den ganz Jungen erstmals) runterzukommen, das ist die Frage.

die wie folgt lautet:

1) Preise anpassen: Eine CD im Laden kostet ca. 10€. Dafür kann ich sie ins Regal stellen, auf beliebig viele Rechner und MP3-Player ziehen und wenn ich will auch auf Flohmärkten wieder verkaufen. Wenn ich für dieselben Lieder im Internet genausoviel bezahle und sie dafür nur auf 5 Geräten nutzen kann, keine ordentliche Musikqualität erhalte und natürlich niemandem verkaufen kann, dann ist was falsch! Oh, und bei der Datei kommen ja noch nichtmal Lager-, Herstellungs- und Lohnkosten dazu. Es kann nicht sein, dass in der Videothek das Ausleihen einer DVD 1-3€ kostet und das Streamen desselben Films in Internet 3,99.
2) DRM-Knebel entfernen: Ich hab mal ein eBook für 45€ gekauft und konnte es nie lesen, weil das Rechtemanagement so kundenfeindlich ausgelegt war. Natürlich kann man elektronisch Erworbenes nicht reklamieren. Die ganze Geschichte steht hier: http://bit.ly/y9pCy2
3) Angebote schaffen: kino.to war illegal, klar. Aber es hat auch einen Service geboten, der bis jetzt nicht erreicht ist. Würden die Rechteverwerter nicht an ihren altertümlichen Verwertungsketten festhalten, sondern einfach ansprechende Angebote schaffen, dann würden die auch genutzt werden. Vor ein oder zwei Monaten hat ein britischer Comedian auf seiner eigenen Homepage sein Programm für 5€ zum Download bereitgestellt (ohne Schutz!) und in der ersten Woche 300.000€ verdient. Dass man im Internet keinen Profit machen kann, ist gelogen!

Die Argumentation ist durch die Begrenzung der Kommentare auf 1500 Zeichen leider etwas knapp, aber da die Länge meiner Kommentare die Länge des Leserartikels mittlerweile überschreitet, dachte ich mir, dass ich sie hier mal verewige…

Im Bereich eMedien ist Deutschland (gewolltes) Entwicklungsland – ein Beispiel

Ich bin ein Mensch, der gerne für einen Dienst bezahlt, wenn dieser gute Leistung bringt. Und ich glaube fest daran, dass es einige Menschen wie mich gibt und dass die Content-Industrie viel Geld mit mir und diesen anderen machen könnte, wenn sie es uns nicht vermiesen würden.

Die Geschichte, die ich erzählen will, hat sich vor ein paar Monaten abgespielt und ist für mich immernoch einer der absurdesten Auswüchse, die lobbyhörige Gesetzgebung in der letzten Zeit vorgebracht hat:

Für die Uni wollte ich ein Buch kaufen: 50€ für die Softcover-Variante, 45€ für das eBook, welches laut Shop im PDF-Format angeboten werden sollte. Man mag mich für naiv halten, aber in Uni-Bibliotheken gibt es derzeit tatsächlich viele Bücher als (richtige) PDF, weil es ordentliche Verwertungsverträge der Unis mit vielen Verlagen gibt. Und das Buch so immer dabeihaben zu können (es handelte sich um ein Nachschlagewerk), war auch ein Argument. Ein anderes Format hätte ich wegen Bedenken nicht in Betracht gezogen, aber hey, was kann bei einem PDF schon schiefgehen? So einiges, wie es sich herausstellt.

Nach der Bezahlung folgte der Download, der ungemein schnell war und eine Daten mit der Endung .acsm . Etwas verwundert gab ich diesen Namen bei Google ein und siehe da, man braucht Adobe Digital Editions. Wohl ein DRM-Verwaltungsprogramm, so meine Ansicht. Ich hoffte, vielleicht so an das versprochene PDF zu kommen. Nach der Installation öffnete ich die Datei und wurde gefragt, ob ich eine Adobe ID hätte oder eine haben wollte. Hier passierte der boshafte Fehler: In meiner grenzenlosen Naivität schlug ich nicht direkt nach, was dies für folgen hatte, sondern dachte mir: Ich will ja nur mein eBook lesen, wozu brauch ich eine ID, die mich bei Adobe identifiziert. Also widersprach ich der Adobe ID. Das Buch wurde anstandslos heruntergeladen und in Adobe Digital Editions geöffnet. Dieses Programm stellte sich als noch nichtmal halb so komfortabel wie Adobe Acrobat heraus: Es ruckelt, stellt nicht schön dar und bietet keine Druckfunktion. Aber gut, wenn ich dafür das Buch wenigstens lesen kann…

Der nächste Schritt war dann, Adobe Digital Editions auf meinem Dienstlaptop zu installieren, um auch dort auf das Buch zugreifen zu können. Komischerweise wurde mir vor der Download mitgeteilt, dass meine Lizenz abgelaufen ist. Eine kurze Recherche ergab: Wenn man sich keine Adobe ID macht, kann man eBooks (die als PDF angekündigt werden) nur auf EINEM Rechner betrachten: Auf dem Rechner, auf dem man die Datei als erstes herunterlädt. Für mich eine unsinnige Lösung, die das eBook deutlich hinter einem normalen Buch anstehen lässt. Zumal ich ein normales Buch für Notizen über den Kopierer halten kann und das eBook nichtmal auszugsweise drucken. (Reinschreiben geht ja auch nicht.)

Etwas gegängelt aber immernoch guter Dinge erschuf ich nun eine Adobe ID in der festen Überzeugung, dass ich diese halt auf meinem Laptop aufrufen müsse, um die Leserechte für andere Computer unter dieser ID herstellen zu können. Nachdem ich mich unter dieser ID angemeldet hatte, vermisste ich plötzlich mein Buch. Dieses wurde aufgrund der Rechteveränderung gelöscht! Ja, genau: das „Buch“, für das ich vor noch nichtmal 30 Minuten 45€ ausgegeben hatte, war weg und ich war auf keine Weise in der Lage, es wieder herzustellen.

Fassen wir also nochmal zusammen:

  • Das eBook wurde als PDF angekündigt, war aber ein krudes PDF-ähnliches Format.
  • Die Funktionalität war deutlich hinter der eines PDF-Dokuments und besonders hinter der eines Buchs zurück.
  • Das Leseprogramm ist primitiv und langsam.
  • Ein simpler Interpretationsfehler bei der „Installation“ des Buches beschränkt die Nutzung auf einen Rechner.
  • Ein Korrekturversuch zerstört das Buch unwiderbringlich!

Mit dieser Auflistung im Gepäck, kontaktierte ich den Kundenservice dieser großen nicht-nur-online Buchhandlung. Selbstverständlich wurde keins dieser Argumente angenommen. Man verwies mich auf die „Hilfe“ der Seite, die dann tatsächlich in einer Tiefe von vier Klicks eine Beschreibung über das korrekte Handling von eBooks im PDF-Format beinhaltete. Und außerdem natürlich auch darauf, dass eBooks wegen „§ 312d Absatz 4 BGB als „Ware“ gelten, die aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind“. Mit anderen Worten – das versprochene PDF wurde nie geliefert und zurückgeben kann ich auch nichts. Das Geld ist weg, ich habe NULL Gegenleistung dafür erhalten und das ganze war komplett konform mit der deutschen Gesetzgebung.

Dies ist ein Beispiel, wie die Lobbyarbeit von VG Wort, GEMA und wemsonstnoch verschiedenen Organisationen und Unternehmen in Deutschland über Jahre hinweg durch unwissende und abnickende Politiker eine Gesetzeslage geschaffen hat, die ein grenzenlos verbraucherunfreundliches Klima erzeugt. Man will für einen Dienst bezahlen und endet nachher ohne Geld und ohne Dienst. Dabei wäre es so einfach:

Ist es zuviel verlangt, in ein dediziertes eBook-Leseprogramm auch nur eine halbwegs brauchbare DRM-Managementlösung einzubauen? iTunes macht es vor: Man kann mit wenigen Klicks einfach alle Computer, die mit dem Programm verbunden sind, trennen und eine komplett neue Rechteaufteilung starten. Die Ausgangslage ist ziemlich identisch: Warum gibt es soetwas nicht für eBooks? Mir drängt sich nur eine Antwort auf: Weil es Arbeit wäre! Aber im Sinne von Innovation und Fortschritt müssen wir langsam aufhören, uns die ängstlichen Visionen von den wenigen Großverdienern aufzwingen zu lassen, sondern diese zwingen, sich der Zukunft zu stellen!

Änderung am 17.04.2012: Nachdem sich mittlerweile drei Personen an meiner Erwähnung der VG-Wort in einer Aufzählung auf dieser Seite gestört haben und mir in diesem Zusammenhang eine „wahrheitswidrige Tatsachenbehauptung“ unterstellt wurde, habe ich die Formulierung verallgemeinert und möchte natürlich hinzufügen, dass mir zu keinem Zeitpunkt Beweise vorlagen, dass die VG Wort jemals einen für die Konsumenten negativen Einfluss auf Gesetze genommen hat oder dies in Zukunft tun wird.

Nicht (nur) die Schulbuchverlage sollten vor Apple Angst haben…

Heute gegen 16 Uhr unserer Zeit wird Apple im Guggenheim Museum in NYC zu einem „Education Event“ laden. Allgemein erwartet wird etwas wie iBooks für Schulbücher und interaktive Lernmöglichkeiten zum Download als große Offensive, das iPad (vielleicht sogar den iPod) in die Schule zu bringen. Sicher wären das interessante Vorgänge, aber wenn man genau hinschaut, kann man schon jetzt bemerken, wie verwunderlich es ist, dass zumindest der iPod nicht schon lange Einzug in den Schulalltag gefunden hat. Und das völlig unabhängig von der Möglichkeit, durch eBooks die Schultasche leichter zu machen.

Keimzelle der Idee war der Mathematikunterricht und in diesem Rahmen der Einsatz neuer Medien, insbesondere der Einsatz von Taschencomputern. Taschencomputer sind in diesem Fall taschenrechnergroße (eventuell etwas größer) Geräte, die mindestens einen Funktionenplotter, wenn nicht sogar ein vollständiges Computeralgebrasystem (CAS) und eine Tabellenkalkulation beinhalten. Aktuell bieten Texas Instruments und CASIO diese Taschencomputer an und sie sind in einigen Bundesländern auch (teilweise mit speziellen Aufgaben) zur Benutzung in den Abschluss- bzw. Abiturprüfungen zugelassen. Diese Geräte können den Unterricht (sofern sie sinnstiftend eingesetzt werden) bereichern und haben in den letzten Jahren durchaus eine Entwicklung zum Besseren durchgemacht.

Vergleicht man allerdings diese Geräte mit einem handelsüblichen iPod touch, so fragt man sich, wieso dieser nicht flächendeckend in den Schulen eingesetzt wird. Natürlich gäbe es einige Hindernisse, auf die später eingegangen werden soll. Den Anfang macht das Display: Graphische Taschenrechner sollen auch Graphik darstellen, also ist es wichtig, ein gutes Display zu haben. In der Bildschirmdiagonale haben die Taschencomputer hier teilweise sogar die Nase vorn, aber wenn man sich die Auflösung anschaut, kommen einem fast die Tränen:

TI Voyage:      240x128 Pixel - monochrom
TI Nspire CX:   320x240 Pixel - farbig
CASIO Classpad: 160x240 Pixel - monochrom
---
Apple iPod:     960x640 Pixel - farbig

Und weil Zahlen diese krasse Differenz kaum darstellen können, sind hier nochmal die Displayauflösungen im Vergleich abgebildet:

Auflösungsvergleich: Taschencomp. vs. aktueller iPod touch - entspricht in Originalgröße den tatsächlichen Pixeln

Trotz der gültigen Folgerung „mehr Pixel macht mehr Platz macht mehr Informationen machen Mehrwert“ könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass die Displays ja die gleiche Größe haben und deswegen auch diese Pixelzählerei ungerecht ist, aber das Aufkommen des Themas der „Displaygenauigkeit“ in mathematikdidaktischen Werken (vgl. Anselm Lambert in [1], S. 256-268) macht die Notwendigkeit dieses Arguments deutlich: Auf einem iPod touch wird die 8-fache Datenmenge des TI Nspire, die 16-fache Datenmenge des CASIO Classpads und sogar die 20-fache Datenmenge des TI Voyage dargestellt!

Die weiteren „inneren Werte“ sprechen so offensichtlich wie eindeutig für den iPod, dass es sich fast nicht lohnt, sie hier aufzuführen:

TI Voyage:        2,7 MB Speicher, 188 KB RAM
TI Nspire CX:   100   MB Speicher,  64 MB RAM ("operating memory")
CASIO Classpad:   5,4 MB Speicher, 500 KB RAM
---
Apple iPod:       8   GB Speicher, 256 MB RAM

Wer diese Auflistung als für die Schule unwichtig abtut, verkennt den Fakt, dass gerade Mathematikprogramme wie die Tabellenkalkulation in ihrem Funktionsumfang vom Arbeitsspeicher des Rechners abhängen. Spätestens jetzt sollte sich ein aber-der-Preis-Argument andeuten. Also halten wir mal die aktuellen Preise bei Amazon fest. Sicher nicht die beste Methode, einen wirklich günstigen Preis zu finden, aber immerhin chancengleich.

TI Voyage:        195€
TI Nspire CX:     149€
CASIO Classpad:   150€

---
Apple iPod (8GB): 196€

Natürlich gibt es von den oberen Dreien substanzielle Rabatte für Schulklassen, aber wer würde nicht erwarten, dass Apple im Falle einer Education-Vermarktung auch stark im Preis zurück geht. Es dürfte ja sogar noch Speicher eingespart werden. (4GB reichen für alles Wesentliche in der Schule.) Gut, der iPod kommt nicht per se mit den Programmen, diee bei den anderen Geräten schon installiert sind, aber ich stelle hier mal eine Auflistung der Programme online, die man braucht, um den iPod (mindestens) ebenbürtig zu machen:

  • Pocket CAS für derzeit 7,99€ ersetzt vollständig das CAS und den graphischen Taschenrechner
  • Rudimentäre (aber für alles Wesentliche ausreichende) Tabellenkalkulationen gibt es umsonst, wenn es mehr sein soll findet man hier mehrere Alternativen von 4 bis 6$
  • Leider gibt es noch keine dynamische Geometrie, aber jeder, der schonmal mit der dynamischen Geometrie der anderen Geräte gearbeitet hat, weiß, dass die dort auch noch in den Kinderschuhen steckt. Irgendwann hab ich mal gehört, dass Cinderella oder GeoGebra durchaus mal vor hatten (noch haben) auf dem iPod laufen zu können.

Insgesamt kann man also sagen, dass man für etwa 10€ mehr den iPod auf dem Niveau der Konkurrenten hat. Er ist natürlich immernoch teurer, aber das kann man ja ganz wunderbar durch Synergien rausholen: Ein wirklich gutes PONS-Lexikon bekommt man für den iPod für 20€ pro Sprache, das World Factbook für 0,79 ct, ein komplettes auskommentiertes Periodensystem gibt es kostenlos – genau wie eine Bibel mit vergleichenden verschiedenen Versionen -, Skyview kostet 2€ und bietet großartige Erkundungsmöglichkeiten in der Astronomie, es gibt Spiele wie Slice it! (79ct), die viele mathematische Fragen aufwerfen und mit CityMaps2Go kann man für 99ct jeden Stadtplan der Welt offline verfügbar haben.

Dies Alles ist völlig unabhängig davon, dass es eBooks und iTunes U gibt. Es funktioniert bis auf die Einrichtung auch ohne Internetzugang und ist deswegen sogar Prüfungsgeeignet. Und es funktioniert schon heute! Zusätzlich würde es den Schülern das Gefühl geben, mit aktueller Technik zu arbeiten: So gut die inneren Werte der Taschencomputer mittlerweile sein mögen, sie fühlen sich an, als wären sie von vor 10 Jahren. Solange es noch doppelt und dreifach (oder vierfach) belegte Tasten gibt, sind sie es auch…

Die Probleme will ich natürlich nicht verschweigen, auch wenn ich nicht ausführlich darauf eingehen werde:

  • Die iPods müssen täglich (oder spätestens alle 2 Tage) geladen werden. Dies stellt eine logistische Herausforderung dar, da manche der anderen Geräte nur ab und zu einen Batteriewechsel brauchen (jedes Jahr oder so…) und dafür nur normale Batterien benötigen.
  • iPods sind a priori Internetgeeignet und deswegen auch problematisch. Es müsste möglich sein, die Verbindungsmöglichkeiten für Prüfungen sicher (!) abzuschalten. Bis jetzt ist dafür kein Tool vorhanden, aber es wäre sicher möglich, eins zu erschaffen, wenn man erst mal Wert auf diesen Markt legt.
  • Tatsächlich kann sich auch gegenüber den starren Geräten ein hörerer Betreuungsaufwand ergeben.
  • Der Vergleich bezieht sich auf Geräte mit CAS. Diese Einschränkung ergibt sich aus meiner Ansicht, dass man, wenn man digitale Werkzeuge nutzt, auch ordentliche zur Verfügung haben sollte. Diese ist durchaus diskutabel, schließt aber ausdrücklich nicht (!) vollständig Rechnerfreie Unterrichtsgestaltungen im Wechsel aus.

Wahrscheinlich noch so einige mehr, aber ich hoffe, die Ausführungen haben gezeigt, dass unabhängig von allem, was Apple heute nachmittag zeigt, der iPod (und, wenn man den Preis zahlen kann/will, auch das iPad) schon jetzt eigentlich die Schule vielleicht nicht umkrempeln aber intensiv modifizieren könnte.

Verweise:

[1] Barzel, B., Hußmann, S., Leuders, T., "Computer, Internet & Co. im Mathematikunterricht", Cornelson Scriptor, 2005.

SOPA Blackout Day

Hallo zusammen,

heute wird es im Internet schwarz. Der Protest gegen den Stop Online Piracy Act wird von vielen Seiten (unter anderem en.wikipedia.org) dadurch gezeigt, dass diese Seiten für heute (teilweise das „amerikanische heute“) nur eine Protestbotschaft, Informationslinks und einen schwarzen Hintergrund zeigen. Leider hab ich keine Ahnung, wie ich das hier machen könnte, aber ich möchte meine schönsten Fundstücke zum Blackout Day und SOPA hier sammeln:

Video, dass auf sehr anschauliche und drastische Weise SOPA erklärt.

Nicht ganz so informatives, aber großartiges Animated-GIF von theoatmeal.

Song, der die Situation wunderbar beschreibt und mich ein bisschen an die Deutsche Situation erinnert.

Eine unterhaltsame Blackout-Erklärung gibts (wahrscheinlich nur heute) auf http://www.telecomix.org/.

digitalegesellschaft.de erklärt, warum SOPA auch uns etwas angeht.

Ein Twitter-User, der Reaktionen der Amis auf den Blackout retweetet. Leider oft Unverständnis…

netzpolitik.org sammelt in der Galerie Blackout-Seiten.

Blogpost von der @forschungstorte, der gute Links und ein großartiges Bild hat.

Zusammenfassung auf avattar.de vom 07. Januar 2012.

Petition von avaaz.org.

XKCD wäre ja eigentlich etwas, das von SOPA „geschützt“ werden soll. Hier wird erklärt, warum der Blackout trotzdem mitgemacht wird.

Großartige Möglichkeit, als Amerikanischer Staatsbürger erst informiert zu werden und dann den Senator anzurufen.

Blogpost mit Link zu einem Presserelease der MPAA-Lobby.

Liste der unterstützenden Unternehmen.

Und wir haben unser eigenes SOPA hier in Europa: ACTA! Hier sind Links zu drei Videos, die erklären, wie wir verregiert werden und was wir tun können:

http://www.youtube.com/watch?v=p_bERAf5KAg

http://www.youtube.com/watch?v=citzRjwk-sQ

http://www.youtube.com/watch?v=-3GCzoUjx2c

EDIT: Gerade noch Googles takeaction-Seite gefunden.

EDIT2: Informationsvideo mit realen Beispielen!